Mittwoch, November 14, 2018

1. Woche

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So - Woche 1 ist um und er lebt noch - mehr denn je ...  Und, wie befürchtet,

König Coco I

oder wie er selber sagt, der "gute Coco", hat scheinbar die Macht übernommen, naja .. zumindest hält seine Exzellenz einen ganz schön auf Trab. Was war also los? Naja .. erstmal durften wir den Herren besser kennenlernen - naja, und er eben uns. Wider Erwarten hat er noch nicht randaliert, zumindest außerhalb seiner Voliere -- das sprachliche Repertoire hingegen wächst ständig ... jetzt muss man tatsächlich aufpassen, WAS und WIE man WAS sagt, ich fühle mich ständig ertappt ...

Was mag der gnädige Herr also?

1. einen festen Tagesablauf
Abweichungen straft er ab! Seine Mittel: Ignoranz allem gegenüber, was nicht in seinen Plan passt, Mörderblick, Sturköpfigkeit

2. Pragmatismus: Männer und ihr Essen
Der Futternapf des Königs befindet sich weiter unten im Käfig, er müsste also runterklettern, was ansich kein Problem ist, denn Klettern macht er eh gerne. Dort könnte er sich ganz bequem auf eine weitere Stange setzen und sein Menu genießen. Ja - und jetzt kommt das ABER - hier geht es schließlich um Futter und die Nahrungsaufnahme soll ja nicht anstrengend sein. Was also tun? Ganz einfach, erstmal auf der Stange sitzenbleiben, dann langsam vorbeugen bis die Schnabelspitze den Futternapf berührt (soviel Bewegung ist beim Fressen grade noch zumutbar), dann die beiden Wäscheklammern entfernen und wegwerfen, damit ist die noch recht einfache Fixierung weg ist und der Futternapf kann ausgehangen werden, den Napf nach oben holen und auf der Stange absetzen, diesen anschließend mit dem Fuß fixieren, und -- Guten Appetit.
Nach Beendigung des Dinners wird dann der Napf einfach runtergeschmissen, er wird schon wieder beim nächsten großen Hunger (vorrübergehend) fixiert und gut gefüllt in der Halterung sein. Das Leben ist sooo schön ... und die Herrchen sind so dämlich ...

3. gekrault werden ...
... und das bitte stundenlang! Egal, wo rumgelaufen wird, Coco lauert, und dann:
a) schwingt er sich schnell auf die Schulter und stupst mit den Schnabel gegen die Wange, ganz ganz zärtlich und fängt dann an zu knabbern. Dazu ein kleiner Bettellaut - und mal ehrlich - wie soll man da widerstehen? Der Kopf geht dann schnell runter, der Nacken wird entblösst (wenn er mal im ersten Leben keine japanische Geisha war) und dann .. ja los, kraulen! Und wenn man fertig ist mit Kraulen, dann bitte noch mal von vorn beginnen! Nachdem der Nacken dann schön verwöhnt wurde, wird der Kopf gedreht - die Wangen möchten ja schließlich auch gekrault werden, und zwar jede, ausgiebig! Und, nicht vergessen- Ihr kennt das schon - wieder von vorn beginnen..
b) weiterlauern und einfach in der "Kraul-mich-Haltung" auf dem Käfig oder seinem Kletterbaum sitzen bleiben, jedesmal auf die Schulter schwingen ist ja anstrengend. Das Prozedere bleibt natürlich identisch.

4. spielen und alles erforschen
Problem ist nur, dass er jedes Spielzeug in Rekordzeit zerlegt. Neben den ausführlichen Verwöhneinheiten ist man nur beschäftigt, sein Spielzeug wieder zusammenzubauen oder neu aufzufädeln, bevor er sich wieder darauf stürzt...
<-- Nichts ist vor ihm sicher, hier wollte er die HandyCam erkunden.

 

5. schnattern!
Besonders morgens läuft er zu Hochform auf. Von Pfeifen, über Brabbeln bis hin zu klarem Sprechen.. Er lobt sich selber (sehr ausgiebig), verabschiedet mit einem "Tschüß" - hier versteht er auch den Sinn, das kommt nämlich, wenn man aus dem Zimmer geht (und man fühlt sich schon leicht verschaukelt), ahmt verschiedene Töne nach, zb das "Akku ist bald leer" vom Mobilteil vom Telefon (jipiee, die Freude ist nach dem 4. Nachsehen riesig), tönt laut "Komm mal her"  und und und ...
Jetzt geht es aber langsam richtig los, erste Schimpf- und Schmutzworte werden ihm grad beigebracht - naja vielleicht ...

 

(Danke für das Bearbeiten des Filmes an Steffen und Thomas :-) 

 

6. seine Tages-Schlaf-Pausen
Dann bitte auf keinen Fall stören! Der König braucht schließlich seinen Schönheitsschlaf!

 

Das mag der gnädige Herr auf keinen Fall:

1. erzogen werden
Er spielt zwar mit, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Was er nicht will - will er nicht. Das will aber ich und ich werde auf Dauer siegen!

2. Wasser
Baden ist blöd! Aber der Sittich badet ihm vor und auch hier wird die Eifersucht langsam ziehen. Es kann ja schließlich nicht sein, dass es den anderen Spaß macht, ihm aber nicht .. ich geb König Coco 6 Wochen, dann setzt er die Wohnung unter Wasser.
 

 

Das konnte ich ihm schon abgewöhnen:

1. die Gummibärchen!
Seit Donnerstag gab`s keins mehr! Möhren machen es auch und inzwischen mag er sie. Ich denke zwar, es ist eher die Eifersucht, aber wie heißt es so schön: Der Zweck heiligt die Mittel! Und Möhren sind definitiv besser als das Süsskramzeug (schon alleine, weil es MEINE MEINE MEINE ist)

2. das Draußen-Rumgefresse
Futter gibt es nur in der Voliere - aus und basta! Und das hat er schon gelernt .. ich bin stolz :-)
 

 

So, die erste Woche ist geschafft - weiter gehts ...
Liebe Grüße
Saxo